Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI)
Die Informationsdrehscheibe zum Thema Histamin-Unverträglichkeit (Histaminose), für Betroffene und Fachpersonen

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Diagnose

Symbolbild Diagnose


Zusammenfassung:

Am Anfang der Diagnosefindung steht ein ausführliches Arzt-Patientengespräch. (Ein neu entwickelter standardisierter Fragebogen zur Diagnose der HI befindet sich derzeit in der Erprobungsphase.) Es ist jedoch nicht möglich, eine Histamin-Intoleranz anhand der auftretenden Symptome zu diagnostizieren oder auszuschliessen. Auch existiert kein Labortest, mit dem eine HIT diagnostiziert werden könnte. Die laboranalytische Bestimmung der Enzymmenge (DAO, HNMT) oder der Konzentration von Histamin und seinen Abbauprodukten in Blut oder Urin können bei der Diagnosefindung mit einbezogen werden, stellen aber isoliert betrachtet keine zuverlässigen Indikatoren dar. Die übliche Diagnostik bei einer Allgemeinuntersuchung ist in der Regel unauffällig und liefert keinen Befund, so dass Ärzte oft die Leiden ihrer Patienten nicht nachvollziehen können und keinen Bedarf für weitere Abklärungen sehen. Viele Erkenntnisse aus der Forschung sind noch neu und den Ärzten noch wenig bekannt. Oft wird bei einer histaminvermittelten Symptomatik zuerst nach Allergenen als Auslöser gesucht. Meist wird schlicht nicht an die Möglichkeit gedacht, dass es vielleicht gar keinen Auslöser gibt, sondern dass das Histamin selbst der Grund für die Histaminsymptome ist. Viele Fälle bleiben deshalb unerkannt oder werden falsch oder erst nach Monaten bis Jahren diagnostiziert. Typischerweise haben Betroffene eine lange Odyssee hinter sich, während der sie vergeblich von Arzt zu Arzt wechseln und nach kostspieligen Untersuchungen aus Unverständnis immer wieder als gesund entlassen oder als psychisch krank abgestempelt werden (Psychosomatiker, Hypochonder, krankhaftes Aufmerksamkeitsbedürfnis). Lassen die Beschwerden auf eine histaminvermittelte Symptomatik schliessen, ohne dass diese auf einen klaren Auslöser zurückgeführt werden kann, so sollte unbedingt eine Histaminintoleranz in Betracht gezogen und abgeklärt werden.
Die einzige zuverlässige Diagnosemethode besteht in einer mehrwöchigen Eliminationsdiät (Auslassdiät), bei der auf alle Nahrungsmittel mit Histaminpotential konsequent verzichtet wird. Diese wird vom gründlich instruierten Patienten unter Führung eines Ess- und Beschwerdeprotokolls selbst durchgeführt. Trifft der Verdacht auf Histamin-Intoleranz zu, beginnt schon nach den ersten Tagen eine allmähliche Besserung der Beschwerden. Im Zweifelsfall kann danach ein placebokontrollierter Provokationstest mit verkapseltem Histamin eine zusätzliche Bestätigung liefern. Anschliessend ermittelt der Patient seine individuelle Toleranzschwelle, indem er Schritt für Schritt einzelne gemiedene Nahrungsmittel wieder einführt und die Reaktion beobachtet.
Eine Histamin-Intoleranz tritt sehr häufig in Kombination mit anderen Unverträglichkeiten oder Allergien auf. Dies erschwert die Diagnosefindung und die Interpretation des Ernährungsversuchs zusätzlich.


Detailliertere Informationen sind in Vorbereitung.


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Quellenangaben

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Jarisch 2004Jarisch, Reinhart: "Histamin-Intoleranz, Histamin-Intoleranz und Seekrankheit", Thieme-Verlag, 2. Auflage, 2004. ISBN 3-13-105382-8
Maintz et al. 2006Maintz, Laura; Bieber, Thomas; Novak, Natalija: "Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz: Konsequenzen für die Praxis (Histamine Intolerance in Clinical Practice)", Deutsches Ärzteblatt 2006; 103(51-52).
http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=53958, abgerufen am 25.08.2009.
Zopf 2009Zopf, Yurdagül; Baenkler, Hanns-Wolf; Silbermann, Andrea; Hahn, Eckhart G.;Raithel, Martin: "Differenzialdiagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten / The Differential Diagnosis of Food Intolerance". Dtsch Arztebl Int 2009; 106(21): 359-69
Töndury et al. 2008Töndury, B; Wüthrich, B; Schmid-Grendelmeier, P; Seifert, B; Ballmer-Weber, B: "Histaminintoleranz : Wie sinnvoll ist die Bestimmung der Diaminoxidase-Aktivität im Serum in der alltäglichen klinischen Praxis?", Allergologie, 31(8):350-356. 2008.
https://www.zora.uzh.ch/5336/


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