Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI)
Informationssammlung zu Histaminerkrankungen (Histaminose) und Mastzellerkrankungen, für Betroffene und Fachpersonen

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Histaminose, Histaminunverträglichkeit

Symbolbild Makromolekül


Seitenübersicht:

Der Histaminstoffwechsel beim Gesunden

Auf dieser Seite geben wir einen Überblick über die verschiedenen möglichen Störungen im Histaminstoffwechsel. Für das bessere Verständnis sollten Sie sich vorher auf der Seite Histaminose > Histaminstoffwechsel informieren, was Histamin ist, was es für Funktionen hat und wie der Histaminstoffwechsel beim Gesunden funktioniert.

Zusammenfassung:

Definition: Mit Histaminose bezeichnet man nicht eine bestimmte Krankheit, sondern den Zustand eines im Körper so weit vom Idealbereich abweichenden Histaminstatus, dass das Wohlbefinden oder körperliche / geistige Funktionen über das normale Mass hinaus beeinträchtigt werden.

Ursachen: Ein Missverhältnis zwischen Zufuhr und Abbau lässt den Histaminspiegel ansteigen, wenn die Summe aller Histaminquellen die Fähigkeit des Körpers, Histamin abzubauen, übersteigt. Wenn die individuelle Toleranzschwelle überschritten wird, kommt es zu einer breiten Palette von "Vergiftungssymptomen". Histamin ist nun aber nicht irgendein Gift, sondern ein körpereigener Botenstoff mit zahlreichen Funktionen. In einem mit Histamin überschwemmten Körper ist die Regulation dieser Vorgänge gestört. Solche Abweichungen im Histaminstatus können von sehr vielen verschiedenen Krankheiten oder Störfaktoren verursacht werden. In den meisten Fällen ist wohl eine Kombination von körperlichen Ursachen und Umweltfaktoren für die Histaminose verantwortlich:

Die grösste Bedeutung haben vermutlich:

Sehr häufig sind die Abbaustörungen der Histamin-N-Methyltransferase HNMT, deren Einfluss jedoch noch nicht ausreichend geklärt ist.

Die Histaminose ist ein sehr multifaktorielles Problem. Diese grosse Vielfalt an Einflussfaktoren trägt dazu bei, dass die Diagnose sehr anspruchsvoll ist.

Detaillierte Seitenübersicht:

Definition der Histaminose (Histaminunverträglichkeit)

Die Endung -ose bedeutet in der Medizin eine Zustandsänderung. Die Histaminose ist folglich irgendeine Veränderung, die das Histamin betrifft.

Definition: Als Histaminose oder Histaminunverträglichkeit bezeichnen wir den Zustand eines im Körper so weit vom Idealbereich abweichenden Histaminstatus (lokal oder systemisch), dass das Wohlbefinden oder körperliche / geistige Funktionen über das normale Mass hinaus beeinträchtigt werden. [Vorschlag SIGHI]

Vorsicht: Historisch bedingt wurden die Begriffe Histaminose und Histamin-Intoleranz (=enzymatische Histamin-Abbaustörung) bisher meistens nicht voneinander unterschieden, sondern gleichbedeutend (synonym) verwendet! Ursprünglich ging man davon aus, dass Histaminprobleme durch eine Abbaustörung des Enzyms Diaminoxidase (DAO) verursacht werden. Deshalb wurde zuerst die Bezeichnung "Histaminintoleranz" geprägt, in Anlehnung an den Begriff der Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit infolge eines Mangels an spaltendem Enzym, der Laktase). Später mehrten sich die Hinweise, dass weitere Ursachen für Histaminprobleme existieren müssen. Da sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis die genauen Ursachen meist unklar sind und die Bedeutung von Abbaustörungen umstritten ist, wird vorgeschlagen, die Bezeichnung Histaminunverträglichkeit zu bevorzugen. [Reese et al. 2012, S. 26]

Missverhältnis zwischen Zufuhr und Abbau

Durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wird Histamin einerseits aus körpereigenen Speichern freigesetzt und andererseits über die Nahrung zugeführt. Der Körper eines Gesunden ist dazu befähigt, dieses Histamin schnell genug abzubauen, so dass dies im Normalfall nicht zu Problemen führt. Übersteigt nun - aus welchen Gründen auch immer - die Summe aller Histaminquellen die Fähigkeit des Körpers, Histamin abzubauen, dann steigt der Histaminspiegel zu stark an. Wenn die individuelle Toleranzschwelle überschritten wird, kommt es zu einer breiten Palette von "Vergiftungssymptomen". Histamin ist nun aber nicht irgendein Gift, sondern ein körpereigener Botenstoff mit zahlreichen Funktionen. In einem mit Histamin überschwemmten Körper ist die Regulation dieser Vorgänge gestört.

[Trichter]

Symbolbild: Man kann sich den Histaminspiegel bildlich wie einen Trichter vorstellen, in den aus mehreren Leitungen Histamin hinein fliesst. Wenn mehr hinein fliesst, als unten abfliessen kann, dann steigt der Flüssigkeitsspiegel an. Sobald der Trichter über läuft, gibt es eine "Überschwemmung", die Schaden anrichten kann. Das passiert logischerweise nicht nur dann, wenn oben zu viel hinein geschüttet wird, sondern auch, wenn unten der Abfluss zu eng oder verstopft ist. Das Umgekehrte soll auch vorkommen: Wenn das Loch des Trichters viel zu gross ist im Verhältnis zu dem, was oben hinein kommt, dann ist gar nie genug Histamin im Trichter, das dort seine wichtigen Funktionen erfüllen könnte.

Histadelie, Histapenie

Die oben stehende Definition der Histaminose beinhaltet eigentlich Änderungen des Histaminstatus in beide Richtungen: zu viel oder zu wenig. Auf dieser Website befassen wir uns aber hauptsächlich mit zu hohen Histaminwerten und meinen deshalb mit "Histaminose" in der Regel einen Histaminüberschuss. In der orthomolekularen Medizin bzw. in der orthomolekularen Psychiatrie unterscheidet man je nach dem, in welche Richtung sich die Histaminmenge ändert, zwischen Histadelie (zu hoher Histaminspiegel) und Histapenie (zu tiefer Histaminspiegel). Die Histadelie und Histapenie nach Dr. med. Carl C. Pfeiffer sind aber - wie die gesamte orthomolekulare Medizin - zwar einleuchtende, aber wissenschaftlich nicht belegte Krankheitskonzepte, die in der Schulmedizin auf Ablehnung stossen und in die Alternativmedizin verbannt werden. Wir gehen hier deshalb nicht weiter darauf ein.

Ursachen der Histaminose (Störfaktoren im Histaminstoffwechsel)

Die Histaminose ist gemäss unserer oben stehenden Definition keine Krankheit, sondern ein Zustand, der von sehr vielen verschiedenen Krankheiten oder Störfaktoren verursacht werden kann, welche die Eigenschaft haben, den Histaminstoffwechsel krankhaft zu verändern. In den meisten Fällen ist wohl eine Kombination von mehreren körperlichen Ursachen und Umweltfaktoren für die Histaminose verantwortlich. Sie lassen sich wie folgt gruppieren:

Gliederung der Ursachen von Histaminose

  1. Histaminzufuhr von aussen
  2. Histaminsynthese
  3. Freisetzung von körpereigenem Histamin
  4. Empfindlichkeitsänderung der Histaminrezeptoren
  5. Histaminabbaustörungen

Nachfolgend werden die einzelnen Ursachen genauer erklärt:

Histaminzufuhr von aussen (Ernährung, Dysbiose, Darmdurchlässigkeit)

Die Zufuhr von Histamin und anderen biogenen Aminen ist abhängig von:

(Zum besseren Verständnis: Der Inhalt des Verdauungstraktes befindet sich per Definition immer noch ausserhalb der Körpers. Erst wenn die Nahrungsbestandteile durch die Schleimhaut in den Blutkreislauf oder ins Körpergewebe aufgenommen werden, befinden sie sich innerhalb des Körpers.)

Ernährung

Nur wenige Nahrungsmittel sind absolut frei von Histamin (z.B. reine Stoffe wie Wasser, Kochsalz oder weisser Kristallzucker). Ansonsten ist Histamin in sehr vielen Nahrungsmitteln enthalten. Zumeist in sehr geringen, unbedenklichen Spuren. Es gibt aber auch ein paar ganz besonders histaminreiche Nahrungsmittel. [Bodmer et al. 1999]

Beim Histamingehalt von Lebensmitteln spielt der Faktor Frische eine entscheidende Rolle. Histamin ist ein Verderbnisprodukt. Es entsteht besonders dann in sehr grossen Mengen, wenn verderbliche Nahrungsmittel, die reich an der Aminosäure Histidin sind (z.B. Fisch), von Bakterien oder Hefen besiedelt und zersetzt werden. Nebst dem Verderb entsteht es aber auch bei gewollten Gärungs-, Fermentations- und Reifungsprozessen. Diese dienen eigentlich der Veredelung eines Produktes, indem sie es aromatischer oder haltbarer machen sollen (z.B. Salami, Käse, Sauerkraut, Wein, Bier, Most). Auch während langer Lagerung kann der Histamingehalt zunehmen (Konserven).

Je nach individueller Empfindlichkeit treten vielleicht erst dann Symptome auf, wenn man mehrere besonders stark histaminhaltige Nahrungsmittel miteinander kombiniert (z.B. Rotwein mit Käse). Auch gesunde Personen können je nach Dosis mit Symptomen reagieren [Wöhrl et al. 2004]. Fast jeder kennt wohl das Gefühl nach dem Konsum eines schlechten Kopfwehweins oder nach einer durchzechten Nacht. Und vielleicht sassen Sie sogar schon einmal mit einer Lebensmittelvergiftung auf dem WC fest und fragten sich, ob's wohl der Kartoffelsalat war oder das Poulet oder das Tiramisu. Vielfach sind es gar nicht direkt die Bakterien, die den Darm plagen, sondern die von den Bakterien als Verderbnisprodukte ausgeschiedenen biogenen Amine.

Weiterführende Informationen:

Eine ausführliche Liste betroffener Lebensmittel und weitere Erläuterungen sind auf der Seite Therapie > Ernährungsumstellung zu finden.

Siehe auch Therapie > Histaminpotential

Fehlbesiedlung des Darms (intestinale Dysbiose)

Im Darm lebt eine grosse Vielfalt an verschiedenen Mikroorganismen (umgangssprachlich: Darmflora, Intestinalflora, korrekt: Darmmikrobiota), die an der Verdauung des Nahrungsbreis beteiligt sind und sich auf vielfältige Weise für den Menschen als nützlich bis lebensnotwendig erweisen. Es handelt sich überwiegend um Bakterienarten (geschätzte 1'800 Gattungen mit bis zu 36'000 Arten), worunter Escherichia coli und Laktobazillen die bekanntesten sind. Auch im gesunden Darm werden durch diese mikrobielle Aktivität immer Histamin und andere Amine in kleinen und normalerweise harmlosen Mengen gebildet.

Welche Mikroorganismen in wie grosser Zahl im Darm leben, ist abhängig von individuellen körperlichen Eigenschaften, von bestimmten Erkrankungen und von äusseren Einflüssen (Ernährung, Antibiotika, Medikamente, Gifte, ...). Störungen der physiologischen Darmflora (intestinale Dysbiose) können dazu führen, dass sich unerwünschte Bakterienarten ausbreiten, die besonders viel Histamin und/oder andere biogene Amine produzieren.

In welchen Fällen und auf welche Weise es gelingen kann, eine (nicht immer einfach zu diagnostizierende) Fehlbesiedlung des Darms therapeutisch zu korrigieren, ist umstritten und schwer vorherzusagen. Meist werden Probiotika angewendet. Das sind Präparate, welche bestimmte Bakterienkulturen enthalten. Die Vielfalt auf dem Markt ist gross. Erkundigen Sie sich beim Darmspezialisten, welche Bakterienarten oder welche Präparate am besten geeignet sind. Wir kennen Fälle, wo es gelungen ist, das Histaminproblem durch ärztlich verordnete Antibiotikabehandlung und anschliessendem Wiederaufbau der Darmflora mit Escherichia Coli zu kurieren. Das umgekehrte Resultat ist aber ebenfalls möglich: Durch Antibiotika kann die Darmflora auch so verändert werden, dass eine Fehlbesiedlung (z.B. antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis) die Folge ist. Auch die fäkale Bakterien-Therapie (umgangssprachlich "Stuhltransplantation", Beimpfung des Darms mit Stuhl einer anderen Person) ist eine mögliche Behandlungsmethode, weil gewisse Bakterienarten nur im Darm existieren können und sich nicht in Form von Probiotika verabreichen lassen.

Weiterführende Literatur:

Wikipedia: Darmflora

Wikipedia: Dünndarmfehlbesiedlung

Darmdurchlässigkeit (Dünndarmpermeabilität)

Auch die Dünndarmpermeabilität ist wahrscheinlich ein wesentlicher Faktor, der mitbestimmt, wie viel Histamin man aufnimmt [Reese et al. 2012, S. 26]. Zahlreiche Speisen (scharfe Gewürze, Alkohol, ...), Entzündungen, Infekte und andere Faktoren können die Durchlässigkeit (Permeabilität) des Dünndarms erhöhen [Grevers und Röcke 2008, S. 52; Breuer et al. 2003, S. 124]. Das Ausmass der Darmdurchlässigkeit ist experimentell messbar und ist bei Personen mit Nahrungsmittelunvertäglichkeiten signifikant erhöht [Piper 2011].

Histaminsynthese

Die Bildung von Histamin aus der Aminosäure Histidin kann abhängig von körperlichen Ursachen und auch durch Umwelteinflüsse variieren:

Genvarianten der Histidindecarboxylase (HDC)

Histamin wird im Stoffwechsel der Lebewesen aus der Aminosäure Histidin hergestellt (siehe Seite Histaminose >Histaminstoffwechsel > Biosynthese). Die Umwandlung von Histidin zu Histamin wird vom Enzym Histidin-Decarboxylase (HDC) geleistet. Es gibt in der Bevölkerung verschiedene Genvarianten (Polymorphismen) der HDC, die sich vermutlich in ihrer Enzymaktivität unterscheiden. Zumindest konnte gezeigt werden, dass das Risiko für allergische Rhinitis nicht bei allen HDC-Genvarianten gleich hoch ist [Gervasini et al. 2010]. Die wichtigsten HDC-Genvarianten sind rs17740607 Met31Thr, rs16963486 Leu553Phe und rs2073440 Asp644Glu [García-Martín et al. 2009].

Denkbar ist auch, dass auch andere Gene die Regulation des HDC-Gens beeinflussen könnten.

Umwelteinflüsse auf die Histaminsynthese

Wahrscheinlich reagiert der Körper auf diverse Umwelteinflüsse mit vermehrter Histaminproduktion durch die HDC. Beispielsweise weiss man seit kurzem, dass neutrophile Granulozyten (weisse Blutkörperchen) bei Kontakt mit bestimmten Bakterienarten verstärkt Histamin produzieren [Xu et al. 2012, Potera 2012]. Bei chronischen bakteriellen Infekten kann daher die Histaminbildung Symptome verursachen, besonders in den Atemwegen. Auch alkalische Tenside in Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten (inkl. Zahnpasta) wie z.B. Natriumlaurylsulfat (engl.: sodium laurate) führen zu Hautreizungen, Ausschlägen und anderen Hautsymptomen, indem sie die HDC aktivieren und so eine vermehrte Histaminbildung in den Hautzellen (Keratinozyten) verursachen [Inami et al. 2012].

Histidinreiche Ernährung

Der Körper benötigt Histidin nicht nur für die Histaminsynthese, sondern in grossen Mengen für mehrere verschiedene Stoffwechselvorgänge. Histidin ist nicht essentiell. Wenn man es nicht über die Nahrung aufnimmt, stellt der Körper es einfach selber her. Der Histidinhaushalt kann vermutlich vom Körper recht gut reguliert werden. Dass Histidin im Körper vorhanden ist, ist folglich nicht vermeidbar, stellt aber offenbar auch kein Problem dar. Aus diesen Überlegungen spielt es wohl keine sehr grosse Rolle, wie viel Histidin man über die Nahrung aufnimmt und histidinreiche Lebensmittel müssten zumindest aus dem Grund nicht unbedingt gemieden werden.

Aus folgenden Gründen sollte man mit histidinreichen Nahrungsmitteln dennoch vorsichtig umgehen:

  • Bei mikrobiellen Verderbnisprozessen wird Histidin in Speisen sehr rasch in Histamin umgewandelt. Je nach Zusammensetzung, Temperatur und Hygiene kann eine Mahlzeit bereits innert weniger Stunden oder Minuten nach der Zubereitung unverträglich werden. Besonders problematisch ist dies z.B. bei Fisch, aber auch Lebensmittel wie Reis und Weizen, die nicht als hoch verderblich gelten, liefern viel Histidin.
  • Auch im Darm wird das im Nahrungsbrei enthaltene Histidin teilweise zu Histamin umgewandelt. Vermutlich geschieht dies vergleichsweise langsam und gleichmässig, trägt aber dennoch in Form eines eher konstanten Grundpegels zur Gesamtbelastung des Körpers mit Histamin bei.

Kurz: Histidin im Essen ist nicht notwendigerweise ein Problem, aber in Verbindung mit Mikroorganismen kann es zu Histamin umgewandelt werden.

Freisetzung von körpereigenem (endogenem) Histamin

In den Vesikeln bestimmter Zelltypen wird körpereigenes Histamin in immobilisierter Form gespeichert. Gut bekannt ist, dass bei allergischen Reaktionen schlagartig eine grosse Menge Histamin freigesetzt wird, was im Extremfall bis zum anaphylaktischen Schock führen und schlimmstenfalls tödlich enden kann. Weniger bekannt ist die Erkenntnis, dass in geringerem Masse auch durch bestimmte Stoffe aus Nahrungsmitteln und Medikamenten, durch Reize wie Wärme, Kälte, Wind, mechanische Reize (Kratzen, Reibung, Schläge, Erschütterungen), Rauch, Düfte, durch Stressfaktoren sowie auch durch bestimmte Erkrankungen aus diesen Zellstrukturen unspezifisch Histamin freigesetzt werden kann.

Mastzellerkrankungen

Mastzellen (das sind bestimmte Zellen des Immunsystems) können durch erworbene oder angeborene genetische Mutationen so verändert sein, dass sie sich in einzelnen Organen übermässig vermehren und zu verstärkter Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren neigen. Eine schon länger bekannte Mastzellerkrankung ist die Mastozytose, die aber lange als selten galt. Neue Publikationen weisen nun aber darauf hin, dass es der Mastozytose ähnliche Mastzellaktivitätsstörungen gibt, die sehr häufig seien, die aber von den offiziellen WHO-Diagnosekriterien für die Mastozytose nicht erfasst werden.

Die Mastzellerkrankungen beschreiben wir ausführlich auf der Seite
O Histaminose > Mastzellaktivitätssyndrom.

Sekundäre Histaminfreisetzung durch andere Erkrankungen

Nebst den eigentlichen Mastzellerkrankungen (mutierte Mastzellen) gibt es auch noch ein paar andere Krankheiten und Umstände, die zu Freisetzung von Histamin aus Mastzellen führen können, siehe Histaminose > Mastzellaktivitätssyndrom > Sekundäres MCAS. Beispiele:

Allergien und Kreuzreaktionen

Auf der Oberfläche von Mastzellen und Basophilen sitzen IgE-Antikörper in grosser Zahl. Das sind Y-förmige Proteine, die spezifisch ganz bestimmte Fremdkörper (Allergene, Krankheitserreger) "einfangen" und sich mit diesem kreuzvernetzen (verklumpen). Dieses Signal veranlasst die Immunzellen zur Ausschüttung von Histamin.

Zu sogenannten Kreuzreaktionen kann es kommen, wenn ein Antikörper auf eine Proteinsequenz trifft, die zufällig der Erkennungssequenz des für ihn spezifischen Allergens sehr ähnlich ist, so dass er zufällig auch dort passt und diese Struktur ebenso wie einen zu bekämpfenden Fremdkörper an sich bindet. Dies lässt sich am Beispiel der Birkenpollenallergie veranschaulichen: Der Birkenpollenallergiker reagiert auch auf Erlen- und Haselpollen und kann manchmal auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren: Haselnuss, Walnuss, Mandel, Kern- und Steinobst (z.B. Apfel, Birne, Pfirsich, Aprikose, Kirsche, Pflaume), Karotte, Kartoffel, Kiwi, Kräuter/Gewürze, Sellerie, Tomate. Besonders während der Pollensaison sollten Birkenpollenallergiker diese Nahrungsmittel meiden. Viele solcher Allergene werden beim Kochen zerstört. In gewissen Fällen, z.B. beim Apfel, reicht sogar bereits das Raffeln oder Zerdrücken aus, um die Allergene unschädlich zu machen.

Gifte aus dem Tier- und Pflanzenreich

Auch Gifte aus dem Tier- und Pflanzenreich können die Histaminfreisetzung aus Mastzellen auslösen. Beispielsweise Brennnesseln, Insektenstiche, Schlangenbisse, Quallen.

Andere Histamin freisetzende Zelltypen

Ferner ist noch zu erwähnen, dass es nebst den Mastzellen auch noch weitere Zelltypen mit Histaminspeichern gibt:

Auch bei diesen Zelltypen wären Krankheiten denkbar, die zu übermässiger Histaminfreisetzung führen könnten. Hierzu ist aber noch wenig bekannt. Sicher ist aber, dass Krebserkrankungen bestimmter Zelltypen zu erhöhter Freisetzung von Serotonin, Histamin oder anderen Hormonen und Neurotransmittern führen können (Karzinoidsyndrom). Es sind dies die sogenannten neuroendokrinen Neoplasien: neuroendokrine Tumore und neuroendokrine Karzinome. Neuroendokrine Neoplasien können in diversen Organen und Geweben auftreten. Betroffen sind meistens der Magen-Darm-Trakt (besonders das terminale Ileum) und oft auch die Atemwege.

Weiterführende Informationen:

Wikipedia: Enterochromaffine Zelle

Deutsches Register Neuroendokrine Gastrointestinale Tumore (NET-Register)

Wikipedia: Karzinoid

Wikipedia: Thrombozyt

Psychische Faktoren

Histaminsymptome können unter anderem auch psychosomatisch ausgelöst werden. Das periphere Nervensystem kann bei starker Erregung Histamin aus Mastzellen freisetzen. Emotionale Erregung (Stress, Ängste, Nervosität etc.) ist somit einer der Triggerfaktoren, die Mastzellen zur Ausschüttung von Mediatoren anregen und Symptome auslösen können. [Theoharides et al. 2012, Hartmann et al. 2009, Knies 2005]

Chemische Reize (Histaminliberatoren)

[Allergie versus Pseudoallergie]

Entsprechend veranlagte Personen (z.B. Mastzellerkrankungen, evtl. auch HNMT-Abbaustörung) reagieren empfindlicher auf bestimmte chemische Reize, die zu unspezifischer (nicht allergischer) Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren aus Mastzellen führen:

  • Bestimmte natürliche Lebensmittel
  • Viele Lebensmittelzusatzstoffe (bestimmte Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel)
  • Zahlreiche Medikamentenwirkstoffe
  • Luftschadstoffe (Rauch, Tabakrauch, Abgase, Chemikalienausdünstungen aus Baumaterialien und Möbeln, Ozon)
  • Düfte (Duftstoffe in Parfums, Kosmetikprodukten, Reinigungs- und Waschmitteln, Lufterfrischern etc.)
  • Multiple Chemikaliensensitivität (MCS)

Physikalische Reize

Entsprechend veranlagte Personen (z.B. Mastzellerkrankungen, evtl. auch HNMT-Abbaustörung) reagieren empfindlicher auf bestimmte physikalische Reize, die zu unspezifischer Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren führen:

  • Mechanische Reize (z.B. Reibung, Kratzen, Schläge, Erschütterungen, Vibrationen, Dehnung, Berührung)
  • Körperliche Anstrengung
  • Kälte (Sprung ins kalte Wasser, Kälteurtikaria)
  • Hitze (heisse Sommertage, Saunabesuche)
  • Sinkender Luftdruck (Wetterfühligkeit bei Kaltfronten und böigem/windigem Wetter)

Schon bei leichteren Fällen zeigt sich oft eine Wollunverträglichkeit bei Tragen von Wollpullovern direkt auf der Haut, vermutlich auf Grund der mechanischen Reizung durch die kratzende Wolle. Je nach Schweregrad können mechanische Reize auch zu einer physikalischen Urtikaria führen (z.B. Darier-Zeichen / Dermographismus bei Hautmastozytose nach Kratzen oder Berührungen).

Empfindlichkeitsänderung der Histaminrezeptoren (HR)

[Histaminrezeptor H1]

Auch erworbene oder genetisch bedingte Veränderungen der Histaminrezeptoren bezüglich Struktur oder Rezeptordichte können Ursache einer Histaminose sein oder diese verstärken. Nicht die Histaminmenge ist hier abnormal, sondern die Signalstärke, mit welcher der Botenstoff Histamin seine Rezeptoren aktivieren kann.

Weiterführende Literatur:

Wikipedia: Histaminrezeptor

Erworbene Variation der Rezeptordichte

Ändert sich bei gleichbleibender Histaminmenge die Anzahl Histaminrezeptoren, welche eine Zelle auf ihrer Oberfläche bildet, so verändert sich die Intensität der Histaminwirkung. Je weniger Rezeptoren vorhanden sind, desto geringer ist die Signalstärke und desto geringer ist auch die Empfindlichkeit auf Histamin.

Der Körper kann als Reaktion auf Umwelteinflüsse die Anzahl Histaminrezeptoren vergrössern oder verkleinern. Beispielsweise erhöhen Blutgefässzellen ihre Histaminempfindlichkeit, wenn sie mit bestimmten Bestandteilen von Bakterienzellwänden in Kontakt kommen. [Raveendran et al. 2011]

Der wichtigste Einflussfaktor auf die Rezeptordichte ist aber vermutlich der Histaminspiegel. Die Stimulation des Histamin H1-Rezeptors (HR1) durch Histamin bewirkt, dass das HR1-Gen aktiviert wird. Bei hohem Histaminspiegel nimmt folglich die HR1-Rezeptordichte zu, was die Empfindlichkeit auf Histamin noch weiter steigert. [Mizuguchi et al. 2011, Mizuguchi et al. 2010]

Gibt es einen Gewöhnungseffekt bei längerer Einnahme von Antihistaminika?

Bei längerer Einnahme eines Rezeptorantagonisten (z.B. ein Antihistaminikum) könnte sich theoretisch eine pharmakodynamische Toleranz (=Gewöhnungseffekt) einstellen: Der Körper merkt, dass die Rezeptoren dauernd blockiert sind und erhöht deren Zahl, um die Signalübertragung durch den Mediator sicher zu stellen. Dadurch lässt die Wirkung des Medikaments mit der Zeit etwas nach. (Mit "Gewöhnungseffekt" ist lediglich eine Wirkungsabnahme gemeint, nicht eine körperliche Abhängigkeit.) Setzt man dann das Medikament plötzlich ab, kommt es vorübergehend zu einer Verschlechterung der Histaminsymptome, bis der Körper die Rezeptordichte wieder der neuen Situation angepasst hat. Uns liegen aber keine Hinweise vor, dass dies tatsächlich zu nennenswerten Problemen führen würde.
Eine Studie berichtet sogar von einem gegenteiligen Effekt: Antihistaminika verhindern die Stimulation der Histaminrezeptoren. Wie im vorhergehenden Abschnitt erklärt, nimmt dadurch die Zahl der Rezeptoren ab. Damit sinkt auch die Empfindlichkeit auf Histamin. Dies erklärt vielleicht, weshalb Antihistaminika auch eine gewisse mastzellstabilisierende Wirkung zeigen. Allergikern wird empfohlen, Pollenallergien schon einige Tage oder Wochen vor Beginn der Pollensaison präventiv mit H1-Antihistaminika zu behandeln, um eine Stimulation des H1-Rezeptors von Beginn weg zu vermeiden. [Mizuguchi et al. 2011, Mizuguchi et al. 2010]

Histaminrezeptor-Gendefekte

Am Aufbau und an der Regulation der vier Histaminrezeptoren H1, H2, H3 und H4 sind wahrscheinlich viele Gene direkt oder indirekt involviert. Einzelne Histaminrezeptor-Gendefekte konnte man bereits mit Störungen des Histaminstoffwechsels (z.B. Migräne, atopische Dermatitis) in Verbindung bringen. [García-Martín et al. 2008, Millán-Guerrero et al. 2011, Yu et al. 2010]

Histaminrezeptoragonisten

Histaminrezeptoragonisten sind Stoffe, welche wie Histamin die Histaminrezeptoren aktivieren und deshalb histaminähnliche Wirkung haben. Etwas ausführlicher erklärt:

Bildlich gesprochen ist ein Agonist wie ein "Schlüssel", der in ein ganz bestimmtes "Schloss" passt, dessen "Schliessmechanismus" bestimmte "Türen" öffnet. Nebst Ihrem eigenen Wohnungsschlüssel sind aber auch die Schlüssel Ihrer Nachbarn so geformt, dass alle Bewohner den Haupteingang des Wohnblocks aufschliessen können, obwohl jeder seinen individuellen Wohnungsschlüssel hat. Ein Schloss kann folglich so beschaffen sein, dass es mehrere unterschiedliche Schlüssel gibt, die passen.

Ein Agonist ist in der Pharmakologie eine Substanz, die so auf einen Rezeptor (präziser: auf ein Rezeptormolekül) passt, dass der Rezeptor durch diese Bindung aktiviert wird und in der Zelle ein bestimmtes biochemisches Signal auslöst. Ein Agonist ist somit ein Botenstoff (Transmitter). Das kann sowohl eine körpereigene Substanz sein (z. B. ein Hormon oder ein Neurotransmitter) als auch eine nicht-körpereigene Verbindung, die einen bestimmten Botenstoff in seiner Wirkung imitiert bzw. ersetzt.

Histamin ist ein Agonist der Histaminrezeptoren. Nebst Histamin gibt es jedoch noch andere Substanzen, die auf Grund ihrer Form und Ladung die Histaminrezeptoren aktivieren und dadurch die gleichen Symptome auslösen können, wie wenn es sich um Histamin handeln würde. Einige Stoffe, von denen man weiss, dass sie als Histaminrezeptoragonisten wirken, verwenden Forscher in biochemischen Experimenten, wenn sie absichtlich einen bestimmten Histaminrezeptortyp aktivieren möchten. Stoffe mit dieser Eigenschaft könnten aber durchaus auch in Lebensmitteln, Medikamenten oder chemischen Alltagsprodukten vorkommen, wo sie für die Betroffenen relevant werden könnten. Hierfür gute Beispiele zu nennen ist schwierig, da noch zu wenig erforscht.

Als Randbemerkung sei hier noch erwähnt: Substanzen, die zwar an einen Rezeptor binden, diesen aber nicht aktivieren, sondern ihn im Gegenteil so verdecken oder verändern, dass er von Agonisten nicht mehr aktiviert werden kann, bezeichnet man als Antagonisten (Gegenspieler). Sie blockieren die Wirkung der Agonisten. Ein für uns interessantes Beispiel sind die Antihistaminika (=Histaminrezeptorantagonisten), welche die Histaminwirkung blockieren.

Histaminabbaustörungen

DAO-Abbaustörung (enterale Histaminose)

Abbaustörungen der Diaminoxidase (DAO) können viele verschiedene Ursachen haben. Sie können erworben oder angeboren, vorübergehend oder dauerhaft sein:

  • DAO-Blocker (=DAO-Inhibitoren, DAO-Hemmer)
  • Überlastung der DAO durch andere biogene Amine
    (kompetitive Hemmung durch konkurrierende Substrate)
  • Hormonelle Störungen
  • Schädigung der Darmschleimhaut
    • Zöliakie / Sprue
    • Magen-Darminfekte
    • Chronische Darmentzündungen
    • Vergiftungen
  • Genvarianten der Diaminoxidase (DAO)

Die verschiedenen DAO-Abbaustörungen beschreiben wir ausführlicher auf der Seite
O Histaminose > DAO-Abbaustörung.

HNMT-Abbaustörung

Genvarianten der HNMT

Von der Histamin-N-Methyltransferase, einem intrazellulären Histamin abbauenden Enzym, existieren in der Bevölkerung verschiedene Genvarianten, die sich in ihrer Aktivität unterscheiden. Mindestens zwei funktionsmindernde HNMT-Varianten kennt man, die sehr häufig vorkommen.

HNMT-Blocker (=HNMT-Inhibitoren, HNMT-Hemmer)

Man weiss noch recht wenig darüber, welche Stoffe oder Lebensmittel die Eigenschaft haben, die Aktivität der HNMT zu verringern. Von mehreren Medikamentenwirkstoffen ist aber bereits bekannt, dass sie als HNMT-Blocker wirken. Folgende Stoffe, von denen bekannt ist, dass sie starke HNMT-Inhibitoren sind, wurden genauer darauf hin untersucht, auf welche Weise sie den Histaminabbau blockieren: Diphenhydramine (ein H1-Antihistaminikum!), Amodiaquine, Metoprine, Tacrine. Alle blockieren die Histamin-Bindungsstelle des Enzyms, so dass kein Histamin mehr zum aktiven Zentrum der HNMT gelangen kann [Horton et al. 2005]. Auch der Medikamentenwirkstoff Chloroquine [Pacifici et al. 1992] und weitere Medikamente, sowie Derivate der 5'-thioadenosine [Horton et al. 2005] sind sehr starke HNMT-Blocker.

MAO-Abbaustörung?

Auch die Monoaminoxidase B (MAO-B) kann Histamin abbauen. Es ist aber noch unklar, ob dies ein mengenmässig relevanter Abbauweg ist.

Weiterführende Informationen: Seite Histaminose > Histaminstoffwechsel > Abbau

Mangel an Kofaktoren der abbauenden Enzyme (Vitaminmangel, Mineralstoffmangel)

Allgemein benötigen viele Enzyme bestimmte Stoffe, die für deren Funktion nötig sind. Solche Stoffe nennt man Kofaktoren. Kofaktoren helfen den Enzymen bei biochemischen Reaktionen, indem sie die optimale räumliche Positionierung des Substrates im Enzym herbeiführen oder chemische Gruppen, Elektronen oder Protonen übertragen. Vergleichbar mit einem Motor, der ohne die "Kofaktoren" Benzin und Öl nicht läuft, oder mit einem Musiker oder Sportler, der erst durch die Anwesenheit des Publikums zu grossen Leistungen angespornt wird, obwohl das Publikum nicht direkt in das Geschehen eingreift.
Zu den Kofaktoren der DAO gehört mit Sicherheit Kupfer, das ein fester Bestandteil der Enzymstruktur ist. Weiter werden genannt: Vitamin C, Vitamin B6. Ist der Körper nicht ausreichend mit den benötigten Kofaktoren versorgt, arbeitet das Enzym langsamer.

Mangelernährung, Fehlernährung

Längere Hungerphasen oder eine einseitige, falsche Ernährung kann zu Vitamin- oder Mineralstoff-Mangelzuständen führen. Da die meisten Enzyme bestimmte Vitamine und Mineralstoffe als Kofaktoren benötigen, arbeiten bei einem Mangelzustand möglicherweise die am Abbau von Aminen beteiligten Enzyme weniger effizient.

Hämopyrrollaktamurie (HPU) (=Kryptopyrrolurie (KPU), Malvaria)

Kryptopyrrolurie ist eine von der orthomolekularen Medizin postulierte Stoffwechselstörung, die zu hohe Kupferspiegel sowie einen Mangel an Zink und Vitamin B6 zur Folge haben soll. Dies führe oft zu erhöhten (oder auch zu niedrigen?) Histaminwerten. Das Krankheitsbild der HPU/KPU ist schulmedizinisch nicht akzeptiert und wird in die Alternativmedizin verbannt.

Weiterführende Informationen:

Wikipedia: Hämopyrrollaktamurie

www.kpu-berlin.de

Genregulation

Dass gut funktionierende Genvarianten der Histamin abbauenden Enzyme vorhanden sind, garantiert noch nicht, dass diese Proteine auch in der benötigten Menge synthetisiert werden. Lebewesen verfügen über ein komplexes und deshalb auch störungsanfälliges System für die Regulation von Genen. In unserem Bauplan ist auch festgelegt, welches Gen in welchen Zellen wann wie stark zum Zuge kommen soll. Deshalb ist es denkbar, dass Abbaustörungen in einzelnen Fällen vielleicht nicht direkt die Funktionsfähigkeit der abbauenden Enzyme betreffen, sondern indirekt durch Defekte in ganz anderen, an der Regulation dieser Gene beteiligten Gene verursacht werden. [Hirata et al. 1999]

Auch Umweltfaktoren können die Regulation von Genen beeinflussen. Es ist deshalb theoretisch denkbar, aber nicht erwiesen, dass bestimmte Umweltschadstoffe (hormonaktive Stoffe, engl.: endocrine disruptors) oder eine veränderte Lebensweise das Auftreten der Histaminintoleranz oder von allergischen Erkrankungen begünstigen könnten (Zivilisationskrankheiten). Unsere Umwelt ist in den letzten Jahrzehnten stark mit zehntausenden verschiedener Schadstoffe belastet worden. Während dieser Zeit haben auch die früher weitgehend unbekannten Allergien stark zugenommen. Dies vor allem in den Industrieländern, während in einigen Entwicklungsländern Allergien noch fast unbekannt sind. Zahlreiche Medikamentenwirkstoffe und hormonaktive Schadstoffe werden in den Kläranlagen kaum abgebaut. Man findet sie deshalb mittlerweile in den Gewässern und auch im Trinkwasser wieder [BAFU 2009]. Eine unbekannte Zahl dieser Stoffe wirkt hormonaktiv oder histaminliberierend. Gibt es da einen Zusammenhang oder ist die zeitliche Übereinstimmung rein zufällig?

Siehe auch den Abschnitt auf der Seite Histaminose > DAO-Abbaustörungen > hormonelle Störungen.

Häufigkeit (Prävalenz)

Zur Verbreitung der Histaminose ooder Histaminintoleranz in der Bevölkerung werden verschiedene Zahlen herumgeboten. Mit Abstand am häufigsten abgeschrieben wurde die Angabe, dass 1 % der Gesamtbevölkerung von Histamin-Intoleranz betroffen seien (die Primärquelle konnten wir noch nicht eruieren). Doch bevor wir irgendwelchen Zahlen glauben, müssen wir uns die Frage stellen, ob sich die Menschen überhaupt klar genug in "Betroffene" und "Nichtbetroffene" unterteilen lassen. Die Schwierigkeiten:

Unklare Diagnosekriterien, hohe Dunkelziffer vermutet

Wir haben schon mehrfach erlebt und gehört, wie selten es Ärzte schaffen, eine Histamin-Unverträglichkeit richtig zu diagnostizieren bzw. überhaupt an die Möglichkeit zu denken. Es werden verschiedene mögliche Ursachen für Histaminsymptome diskutiert, für die aber teils noch keine zuverlässige Diagnosemethode vorhanden ist und deren klinische Relevanz noch umstritten ist. Deshalb lässt sich keine exakte Zahl erfassen und es gibt wohl eine erhebliche Dunkelziffer von noch unerkannten Fällen.

Unterschiedliche Schweregrade

Bei der Histaminose gibt es verschiedene Schweregrade von ganz leicht betroffenen, die nicht viel davon merken, bis zu hoch empfindlichen, bei denen der allerkleinste Diätfehler sehr unangenehme Folgen hat. Grundsätzlich ist jeder Mensch Histamin-intolerant, verglichen mit dem, was Aasfresser wie Löwen oder Hyänen vertragen. Histamin ist ab einer individuellen Toleranzschwelle für jeden Menschen giftig. Ein "Gesunder" spürt das aber nur bei seltenen Extremkombinationen (z.B. viel Rotwein mit Hartkäse und Tomaten und davor vielleicht noch ein Medikament). Der Übergang zwischen "betroffen" und "nicht betroffen" ist fliessend.

Beeinflusst von äusseren Faktoren

Der Grad der Betroffenheit ist auch von den momentan herrschenden Umweltfaktoren bzw. zivilisatorischen "Errungenschaften" (Ernährungsgewohnheiten, Stress, Medikamente, Umweltschadstoffe etc.) abhängig.

Manche sind nur vorübergehend betroffen

Nur wenige sind seit Geburt betroffen. Einige erkranken irgendwann im Laufe des Lebens an dieser meist erworbenen Krankheit, bei anderen Formen ist man sogar nur vorübergehend betroffen, z.B. während Darminfekten, während Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch, bei Drogenkonsum etc.


Wo soll man folglich die Grenze ziehen zwischen dem betroffenen und dem nicht betroffenen Teil der Bevölkerung?

Hier dennoch beispielhaft einige Quellen mit Angaben zur Prävalenz:

  • "[...] we can assume an average frequency for histamine-induced intolerance symptoms within the general population of 5 – 8%, whereby not all of those affected seek doctor’s advice." [Raithel 2012]
  • Von systemischer Mastozytose (SM) ist mindestens einer von 364'000 Europäern betroffen. Mastzellleukämie (MCL) ist um zwei Grössenordnungen seltener als SM. Das Mastzellaktivitätssyndrom (MCAS) ist hingegen häufig (im einstelligen Prozentbereich, d.h. 1-10%):
    "Few data are available concerning the prevalence of systemic MCAD. SM and MCL are rare disorders. For SM, data from the French mastocytosis network AFIRMM, the Spanish mastocytosis network REMA, the Italian Mastocytosis Registry, and the German Competence Network on Mastocytosis (own unpublished results; personal communications),suggest a prevalence of at least 1 in 364,000 in Europeans. However, given that these data represent only a proportion of all cases, the true prevalence will be higher. Data from a clinical population suggest that the prevalence of MCL is two orders of magnitude lower than that of SM. In contrast, MCAS seems to be a more common disorder. Evidence has been presented that MCAS may be an underlying cause of various clinical presentations, e.g. in subsets of patients with fibromyalgia and irritable bowel syndrome. Hence, the prevalence of MCAS is likely to lie within the single-digit percentage range." [Haenisch et al. 2012]
  • "Entsprechend den Daten einer französischen Studie, bei der 33.000 Personen nach Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten befragt wurden, kann die Prävalenz der Histamin-Intoleranz mit knapp 1 % der Gesamt-Bevölkerung angenommen werden. Da 80 % der erkrankten Patienten weiblichen Geschlechts sind und sich insbesondere in der Altersgruppe um 40 Jahre befinden, liegt ein Zusammenhang mit der Abnahme von weiblichen Geschlechtshormonen nahe." [Jarisch 2004]
  • "Exakte Daten zur Prävalenz der Histaminintoleranz gibt es kaum, schätzungsweise sind 3 – 4% der Bevölkerung davon betroffen. Noch weniger verlässliche Daten gibt es derzeit zur Prävalenz der Histaminintoleranz im Kinder- und Jugendalter." [Kofler et al. 2009]
  • "Von 500 solchen Patienten mit inhalativen Beschwerden (Asthma-Anfälle, Rhinitis, Anm.) haben zehn Prozent eine echte Nahrungsmittel-Allergie, weitere zehn Prozent eine Lactose- und Fructose-Intoleranz, 40 Prozent haben Kreuzallergien zu Pollen etc. und weitere 40 Prozent eine Histamin-Intoleranz. Letzteres betrifft ein Prozent der Gesamtbevölkerung." [Wurzinger 2007]
  • "2-5% der erwachsenen Bevölkerung" [Schleip 2006]

Hier noch ein paar Zahlen zu Unverträglichkeiten allgemein:

"Nahrungsmittelunverträglichkeiten beeinträchtigen mehr als 20 % der Bevölkerung der Industrieländer. Der Hauptanteil der nicht immunologisch bedingten Formen macht 15 bis 20 % aller Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus. Diese Gruppe reicht von den pseudoallergischen Reaktionen über die Enzymopathien bis zu chronischen Infektionen und psychosomatischen Reaktionen, die mit Unverträglichkeitsreaktionen assoziiert werden. Die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie, der immunologisch bedingten Unverträglichkeitsreaktion, beträgt nur 2 bis 5 %." [Zopf 2009]


Geführter Rundgang:
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Quellenangaben

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BAFU 2009Gälli, René; Ort, Christoph; Schärer, Michael: "Mikroverunreinigungen in den Gewässern. Bewertung und Reduktion der Schadstoffbelastung aus der Siedlungsentwässerung". Umwelt-Wissen Nr. 0917. Herausgeber: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, 2009. 103 S.
www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01051/index.html?lang=de
Bodmer et al. 1999Bodmer S, Imark C, Kneubühl M.: "Biogenic amines in foods: histamine and food processing". Inflamm Res. 1999 Jun;48(6):296-300.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10442480
(Biogene Amines, z.B. Histamin, kommen in vielen verschiedenen Nahrungsmitteln vor, besonders in fermentierten und verdorbenen. Diese Studie nennt die kritischen Herstellungsprozesse und stellt Herstellungsmethoden zur Minimierung des Histamingehaltes vor.)
Breuer et al. 2003Breuer K, Kapp A, Werfel T.: "Die Bedeutung der Nahrungsmittelallergie bei Patienten mit atopischer Dermatitis [The impact of food allergy in patients with atopic dermatitis]". Hautarzt. 2003 Feb;54(2):121-9.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12691082
Dünndarmpermeabilität
Crooks et al. 1989Crooks PA, Hassan SF, Benghiat E, Hemrick-Luecke SK, Fuller RW.: "5'-thioadenosine derivatives as potent and selective inhibitors of histamine N-methyltransferase". Drug Metabol Drug Interact. 1989;7(2-3):111-41.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2630176
(Derivate der 5'-thioadenosine sind sehr starke HNMT-Blocker.)
García-Martín et al. 2009García-Martín E, Ayuso P, Martínez C, Blanca M, Agúndez JA: "Histamine pharmacogenomics". Pharmacogenomics. 2009 May;10(5):867-83.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19450133
(Übersicht über die Gendefekte (Polymorphismen) im Histaminstoffwechsel und damit verbundene Erkrankungen.)
García-Martín et al. 2008García-Martín E, Ayuso P, Luengo A, Martínez C, Agúndez JA.: "Genetic variability of histamine receptors in patients with Parkinson's disease". BMC Med Genet. 2008 Mar 17;9:15.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18366640
(Die Dichte und Art der Histaminrezeptoren kann variieren. Auf Parkinson scheint das aber in den hier untersuchten Fällen keinen grossen Einfluss zu haben, vielleicht mit Ausnahme der Genmutation HRH1Leu449Ser.)
Gervasini 2010Gervasini G.; Agundez J. A. G.; Garcia-Menaya J.; et al.: "Variability of the L-Histidine decarboxylase gene in allergic rhinitis". ALLERGY Volume: 65, Issue: 12, Pages: 1576-1584, DOI: 10.1111/j.1398-9995.2010.02425.x.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20608921
(Nonsynonymous polymorphisms in genes coding for histamine-metabolizing enzymes, diamine oxidase and histamine N-methyltransferase are related to the risk of developing allergic diseases. The role of polymorphisms in the histidine decarboxylase gene: The HDC allele Glu644 in homozygosity increases the risk of developing rhinitis in the studied population. This adds to increasing evidence supporting a prominent role of genetic variations related to histamine homeostasis in the risk to develop allergic diseases.)
Grevers und Röcken 2008Gerhard Grevers, Martin Röcken: "Taschenatlas Allergologie - Grundlagen, Diagnostik, Klinik". Thieme Verlag, 2. Auflage, 2008.
books.google.ch/books?id=xfMnA8GKQvgC
Haenisch et al. 2012Haenisch B, Nöthen MM, Molderings GJ.: "Systemic mast cell activation disease: the role of molecular genetic alterations in pathogenesis, heritability, and diagnostics." Immunology. 2012 Sep 7. doi: 10.1111/j.1365-2567.2012.03627.x.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22957768
(Man unterscheidet drei Varianten von MCAD: SM, MCA und MCL. Von SM ist mindestens 1 von 364'000 Europäern betroffen. MCL ist um zwei Grössenordnungen seltener als SM. MCAS ist hingegen häufig (im einstelligen Prozentbereich). Mutationen, die sich in Mastzellen aktivierend auswirken, können sich in anderen KIT-exprimierenden Zelltypen hemmend auswirken. Das könnte erklären, warum einzelne Patienten eher Verstopfung als Durchfall haben.)
Hartmann et al. 2009Karin Hartmann, Tilo Biedermann, Knut Brockow, Jürgen Grabbe, Hans-Peter Horny, Undine Lippert, Marcus Maurer, Martin Raithel, Ernst Rietschel, Franziska Ruëff, Karl Sotlar: "Mastozytose". Allergologie, Jahrgang 32, Nr. 6/2009, S. 199-213.
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-058l_S1_Mastozytose.pdf
http://www.derma.de/fileadmin/derma/pdfs/ll_mastozythose.pdf
(Übersichtsartikel Mastozytose)
Hirata et al. 1999Hirata N, Takeuchi K, Ukai K, Sakakura Y.: "Expression of histidine decarboxylase messenger RNA and histamine N-methyltransferase messenger RNA in nasal allergy". Clin Exp Allergy. 1999 Jan;29(1):76-83.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10051705
Increased HDC mRNA expression and decreased HNMT mRNA expression may be playing some role in the hyperresponsiveness of patients with allergic rhinitis.
Horton et al. 2005Horton JR, Sawada K, Nishibori M, Cheng X.: "Structural basis for inhibition of histamine N-methyltransferase by diverse drugs." J Mol Biol. 2005 Oct 21;353(2):334-44.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16168438
(Medikamentenwirkstoffe als HNMT-Blocker: Folgende Stoffe, von denen bekannt ist, dass sie starke HNMT-Inhibitoren sind, wurden darauf hin untersucht, auf welche Weise sie den Histaminabbau blockieren: Diphenhydramine (ein H1-Antihistaminikum!), Amodiaquine, Metoprine, Tacrine. Alle blockieren die Histamin-Bindungsstelle des Enzyms, so dass kein Histamin mehr zum aktiven Zentrum der HNMT gelangen kann.)
Hough 1999Hough, Lindsay B.: "Histamine". American Society for Neurochemistry, 1999.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK20394/
(Über die Rolle von Histamin im Nervensystem. Zusammenfassende Übersetzung hier)
Inami et al. 2012Inami Y, Andoh T, Sasaki A, Kuraishi Y.: "Surfactant-induced Itching and the Involvement of Histamine Released from Keratinocytes". Yakugaku Zasshi. 2012;132(11):1225-30.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23123711
(In vielen Körperpflegeprodukten und Reinigungsmitteln sind Tenside enthalten. Viele Anwender von solchen Produkten klagen über Juckreiz, trockene, spröde, gereizte, empfindliche Haut. Besonders die Substanz Natriumlaurylsulfat (engl.: sodium laurate) wird als allergieauslösend und hautreizend betrachtet. In Experimenten konnte gezeigt werden, dass die Hautreizungen mit H1-Antihistaminika weniger stark sind. Grund für die Histaminfreisetzung ist die Aktivierung des HDC-Gens durch Natriumlaurylsulfat, was zu einer verstärkten Histaminsynthese durch die HDC in den Hautzellen (Keratinozyten) der Oberhaut führt.)
Jarisch 2004Jarisch, Reinhart: "Histamin-Intoleranz, Histamin-Intoleranz und Seekrankheit", Thieme-Verlag, 2. Auflage, 2004. ISBN 3-13-105382-8
Knies 2005Knies, Konstanze: "Untersuchungen zur Histaminkonzentration im Plasma als Stressindikator bei Hunden". Inaugural Dissertation aus dem Institut für Tierschutz, Verhaltenskunde und Tierhygiene der tierärztlichen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität München, 2005
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/3960/
Maintz and Novak 2007 Maintz L, Novak N.: "Histamine and histamine intolerance." Am J Clin Nutr. 2007 May;85(5):1185-96. Department of Dermatology, University of Bonn, Bonn, Germany.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17490952)
Mannaioni et al. 1993 P. F. Mannaioni, M. G. Di Bello, S. Raspanti, F. Gambassi, L. Mugnai and E. Masini: "Histamine Release from Mast Cells and Basophils. Histamine release by human platelets." Inflammation Research, Volume 38, Numbers 3-4 (1993), C203-C205, DOI: 10.1007/BF01996460.
http://www.springerlink.com/content/x0063474j4685x12/)
Masini et al. 1994 Masini E, Di Bello MG, Raspanti S, Sacchi TB, Maggi E, Mannaioni PF.: "Platelet aggregation and histamine release by immunological stimuli.", Immunopharmacology. 1994 Jul-Aug;28(1):19-29.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7523332)
Millán-Guerrero et al. 2011Millán-Guerrero RO, Baltazar-Rodríguez LM, Cárdenas-Rojas MI, Ramírez-Flores M, Isais-Millán S, Delgado-Enciso I, Caballero-Hoyos R, Trujillo-Hernández B.: "A280V polymorphism in the histamine H3 receptor as a risk factor for migraine". Arch Med Res. 2011 Jan;42(1):44-7.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21376262
(Eine bestimmte Variante des Histaminrezeptor-Gens HRH3 konnte mit Migräne in Verbindung gebracht werden.)
Mizuguchi et al. 2011Mizuguchi H, Kitamura Y, Kondo Y, Kuroda W, Yoshida H, Miyamoto Y, Hattori M, Takeda N, Fukui H.: "[Histamine H1 receptor gene as an allergic diseases-sensitive gene and its impact on therapeutics for allergic diseases]". Yakugaku Zasshi. 2011 Feb;131(2):171-8.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21297357
(Die Stimulation des Histamin H1-Rezeptors (HR1) durch Histamin bewirkt, dass das HR1-Gen aktiviert wird. Bei hohem Histaminspiegel nehmen dadurch die Histamin H1 Rezeptordichte und als Konsequenz davon die Empfindlichkeit auf Histamin zu. Daher wird Allergikern empfohlen, Pollenallergien schon vor Beginn der Pollensaison präventiv mit H1-Antihistaminika zu behandeln.)
Mizuguchi et al. 2010Mizuguchi H, Kitamura Y, Kondo Y, Kuroda W, Yoshida H, Miyamoto Y, Hattori M, Fukui H, Takeda N.: "Preseasonal prophylactic treatment with antihistamines suppresses nasal symptoms and expression of histamine H1 receptor mRNA in the nasal mucosa of patients with pollinosis". Methods Find Exp Clin Pharmacol. 2010 Dec;32(10):745-8.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21225011
(Die Stimulation des Histamin H1-Rezeptors (HR1) durch Histamin bewirkt, dass das HR1-Gen aktiviert wird. Bei hohem Histaminspiegel nehmen dadurch die Histamin H1 Rezeptordichte und als Konsequenz davon die Empfindlichkeit auf Histamin zu. Daher wird Allergikern empfohlen, Pollenallergien schon vor Beginn der Pollensaison präventiv mit H1-Antihistaminika zu behandeln.)
Pacifici et al. 1992Pacifici GM, Donatelli P, Giuliani L.: "Histamine N-methyl transferase: inhibition by drugs". Br J Clin Pharmacol 1992;34:322–7.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1457266
(Medikamentenwirkstoffe als HNMT-Blocker: Methode zur Quantifizierung der HNMT-Hemmung.)
Piper 2011Stephany Piper: "Gastroduodeno-intestinale Permeabilität vor und nach der Nahrungsmittelprovokation bei Nahrungsmittelallergikern". Bachelorarbeit, 5.5.2011, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg.
http://opus.haw-hamburg.de/volltexte/2012/1563/pdf/lsab12_9.pdf
(Methode für die Messung der Darmdurchlässigkeit)
Potera 2012Carol Potera: "Common bacterium induces histamine production in neutrophils". Environ Health Perspect. 2012 May;120(5):A190.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3346795/pdf/ehp.120-a190.pdf
(Neutrophile Granulozyten (weisse Blutkörperchen) gehören ebenfalls zu den Histamin produzierenden Zelltypen und erhöhen die Histaminproduktion um ein Mehrfaches bei Kontakt mit bestimmten Bakterienarten.)
Raithel 2012Interview mit Prof. Dr. med. Martin Raithel, Universitätsklinik Erlangen: "Exclusive: 10 questions answered about Histamine Intolerance". Erschienen auf der Website Histamine Intolerance Awareness by Genny Masterman. November 2012.
http://www.histamineintolerance.org.uk/exclusive-10-questions-answered-about-histamine-intolerance
Raveendran et al. 2011Raveendran VV, Tan X, Sweeney ME, Levant B, Slusser J, Stechschulte DJ, Dileepan KN.: "Lipopolysaccharide induces H1 receptor expression and enhances histamine responsiveness in human coronary artery endothelial cells." Immunology. 2011 Apr;132(4):578-88. doi: 10.1111/j.1365-2567.2010.03403.x. Epub 2011 Jan 24.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21255012
(Lipopolysaccharide (LPS) sind Verbindungen aus fettähnlichen (Lipo-) Bestandteilen und Zucker-Bestandteilen (Polysacchariden). Sie sind in der äusseren Membran gramnegativer Bakterien enthalten und wirken als Antigene. Beim Zerfall der Bakterien werden Teile davon frei und wirken toxisch (Endotoxine). LPS, through Toll-like receptor 4 (TLR4) activation, up-regulates the expression and function of histamine receptor H1R and amplifies histamine-induced inflammatory responses in human coronary artery endothelial cells (HCAEC).)
Reese et al. 2012Imke Reese, Barbara Ballmer-Weber, Kirsten Beyer, Stephan Erdmann, Thomas Fuchs, Jörg Kleinetebbe, Ludger Klimek, Ute Lepp, Margot Henzgen, Bodo Niggemann, Joachim Saloga, Christiane Schäfer, Thomas Werfel, Torsten Zuberbier, Margitta Worm: "Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA)". AWMF 2012
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/061-030l_S1_Histaminunverträglichkeit_2012.pdf (193 kb).
(Leitlinie zur Diagnose des oralen Histaminsyndroms. Konsensusdokument.)
Theoharides et al. 2012Theoharides TC, Enakuaa S, Sismanopoulos N, Asadi S, Papadimas EC, Angelidou A, Alysandratos KD.: "Contribution of stress to asthma worsening through mast cell activation". Ann Allergy Asthma Immunol. 2012 Jul;109(1):14-19. Epub 2012 Mar 22.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22727152
Many articles point to an association between stress (socioeconomic status, interpersonal conflicts, emotional distress, terrorism) and asthma exacerbations.
Wöhrl 2004Wöhrl S, Hemmer W, Focke M, Rappersberger K, Jarisch R.: "Histamine intolerance-like symptoms in healthy volunteers after oral provocation with liquid histamine." Allergy Asthma Proc. 2004 Sep-Oct;25(5):305-11. Floridsdorf Allergy Center (FAZ), Vienna, Austria.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15603203
(50% von zehn gesunden Frauen ohne Anzeichen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten in der Vergangenheit reagierten in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie auf die Gabe von 75 mg Histamin in flüssiger Form mit Symptomen, während keine einzige Person auf das Placebo reagierte. Bei vielen traten die Reaktionen zeitlich stark verzögert auf.)
Xu et al. 2012Xu X, Zhang H, Song Y, Lynch SV, Lowell CA, Wiener-Kronish JP, Caughey GH.: "Strain-dependent induction of neutrophil histamine production and cell death by Pseudomonas aeruginosa." J Leukoc Biol. 2012 Feb;91(2):275-84. Epub 2011 Nov 10.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22075928
(Neutrophile Granulozyten (weisse Blutkörperchen) gehören ebenfalls zu den Histamin produzierenden Zelltypen und erhöhen die Histaminproduktion um ein Mehrfaches bei Kontakt mit bestimmten Bakterienarten.)
Yu et al. 2010Yu B, Shao Y, Zhang J, Dong XL, Liu WL, Yang H, Liu L, Li MH, Yue CF, Fang ZY, Zhang C, Hu XP, Chen BC, Wu Q, Chen YW, Zhang W, Wan J.: "Polymorphisms in human histamine receptor H4 gene are associated with atopic dermatitis." Br J Dermatol. 2010 May;162(5):1038-43. Epub 2010 Mar 1.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20199554
(Drei Genvarianten des Histaminrezeptors HRH4 wurden gefunden, die mit atopischer Dermatitis in Verbindung gebracht werden können: ss142022671, ss142022677 und ss142022679.)



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