Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI)
Die Informationsdrehscheibe zum Thema Histamin-Unverträglichkeit (Histaminose), für Betroffene und Fachpersonen

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Erfahrungsberichte

Symptome

Symbolbild Hautausschlag


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Zusammenfassung:

Die Symptome der Histamin-Intoleranz gleichen einer Allergie, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Erkältung. Sie treten insbesondere im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf, können aber auch chronisch andauern, ohne dass der Betroffene einen Zusammenhang mit der Ernährung erkennt. Eine enorm breite Palette von teils unspezifischen Symptomen ist möglich. Welche Symptome auftreten, ist individuell verschieden. Als typische Leitsymptome können auftreten:

  • Anschwellende Nasenschleimhaut, laufende Nase, Niesen, Auswurf, Hustenreiz, Atembeschwerden
  • Verdauungsprobleme: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen
  • Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötungen, Erröten (Flush im Gesicht)
  • Hitzewallungen, Schweissausbrüche, gestörtes Temperaturempfinden
  • Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen, Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Ödeme (Schwellungen, Wasseransammlungen, z.B. geschwollene Augenlider)

Allgemeines

Uneinheitlichkeit des Beschwerdebildes

Histamin erfüllt in unserem Körper zahlreiche Funktionen. Deshalb kann bei einer Histamin-Intoleranz eine besonders breite Palette von Symptomen auftreten, die unterschiedliche Organsysteme betreffen können. Nicht jeder Betroffene zeigt die gleiche Symptomatik. Jeder scheint seine persönlichen Schwachstellen zu haben, bei denen sich Beschwerden früher manifestieren als im übrigen Körper. Meist leiden Betroffene an sehr vielen der nachfolgend aufgeführten Beschwerden, gleichzeitig oder abwechslungsweise. Es können aber auch nur wenige oder nur ein einzelnes der für eine Histamin-Unverträglichkeit typischen Symptome auftreten, beispielsweise ein isolierter Kopfschmerz. Einige Beschwerden sind chronisch oder sehr häufig, andere treten vielleicht nur sporadisch auf. Die Symptome sind so unterschiedlicher Natur, dass Betroffene oft nicht auf die Idee kommen, dass das alles miteinander zusammenhängt und einen einzigen Auslöser hat.

Siehe auch Symptome > Erfahrungsberichte

Schweregrad der Erkrankung

Der Schweregrad kann sehr unterschiedlich sein. Leicht Betroffene oder auch Gesunde bemerken vielleicht nur in Extremsituationen Symptome, beispielsweise nach dem Genuss üppiger Mahlzeiten in Kombination mit Alkohol oder Medikamenten. In sehr schweren Fällen mit nur sehr wenig Restaktivität der Histamin abbauenden Enzyme kann die Stoffwechselstörung unbehandelt zu tageweiser oder sogar dauerhafter Arbeitsunfähigkeit führen, zumeist erschöpfungsbedingt. Viele Betroffene sind, solange sie die Erkrankung noch nicht kennen und therapieren, ständig ein bisschen am Kränkeln und sehr stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Sie haben einmal dies, einmal das. Die allermeisten sind aber nicht richtig krank (im Sinne von Arbeitsunfähig), sondern können ein einigermassen normales Leben führen.

Unspezifische Symptome

Wichtig: Bei den hier aufgezählten Symptomen handelt es sich zumeist um unspezifische Symptome, für die auch viele andere mögliche Ursachen in Frage kommen. Es ist deshalb immer auch abzuklären, ob nicht auch andere Krankheiten in Frage kommen können (Differentialdiagnostik). Es ist nicht möglich, eine HIT anhand der Symptomatik zu diagnostizieren. Leidet ein Betroffener aber immer wieder unter einzelnen der aufgeführten Symptome, ohne dass ein klarer Auslöser erkennbar ist, sollte eine HIT in Betracht gezogen werden. Siehe auch unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Symptome der Histamin-Intoleranz

Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgezählt werden Symptome, die nachweislich mit der Histamin-Unverträglichkeit in einen direkten Zusammenhang gebracht werden können wie auch solche, die häufig von Betroffenen genannt werden und unter der Histamin-Eliminationsdiät deutlich abnehmen oder ganz verschwinden, auch wenn der Zusammenhang noch nicht wissenschaftlich gesichert ist. Alle diese Symptome können, müssen aber nicht auftreten.

Verdauungstrakt, Magen-Darm-Trakt

Am häufigsten treten bei einer Histaminintoleranz akute oder chronische Magen-Darm-Beschwerden auf. Diese Beschwerden werden oft als unspezifisch bezeichnet, da die oft sehr umfangreiche Diagnostik keinen krankhaften Befund zeigt. Man spricht von einem Reizmagen bzw. einem Reizdarm. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Nahrungsmittelaufnahme und den Symptomen ist oft nur schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass die Nahrungsbestandteile während der mehrstündigen Darmpassage nur langsam in den Körper aufgenommen werden und es erst zeitverzögert zu Beschwerden kommt. Stark mit Histamin belastete oder verdorbene Speisen können aber auch schon innert ca. 15-30 Minuten zu Bauchkrämpfen und akuten Durchfallschüben führen.

Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Bauchweh, Magenstechen, Magen- und Darmkrämpfe

Häufig oder chronisch Durchfall, morgendliche Durchfälle, Histamin erhöht die Motilität der Darmbewegungen, wodurch der Nahrungsbrei den Darm schneller als normal durchläuft und wegen der verkürzten Aufenthaltszeit nur unvollständig verdaut werden kann.

Seltener auch Verstopfung oder abwechselnd Durchfall und Verstopfung

Sodbrennen, Magenbrennen, aufstossende Magensäure (gastroösophagaler Reflux)

Entzündliche Magen- oder Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom

Übelkeit, Erbrechen

Seekrankheit, Reiseübelkeit

Chinarestaurantsyndrom (umstritten)

Symptome, die einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) ähneln

Herz-Kreislaufsystem

Blutdruckabfall, niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Herzrhythmusstörungen ("Herzstolpern")

Herzklopfen (Palpitationen, Erhöhung der Schlagkraft des Herzens über Freisetzung von Adrenalin)

Herzrasen, Erhöhung der Herzfrequenz (Tachykardie), bis hin zu Panikattacken

Haut, Schleimhäute, Atemwege

"Dauerschnupfen", Anschwellen der Nasenschleimhaut, laufende Nase (Rhinitis, Rhinorrhö) speziell bei Einnahme von Mahlzeiten, auch unabhängig von Art und Histamingehalt der Mahlzeit, evtl. verstärkt durch Kälte/Rauch/Smog/Düfte

Beim Nase Schnäuzen kann auch etwas Blut dabei sein (erhöhte Durchlässigkeit von Blutgefässen)

Starkes Schwitzen, Schweissausbrüche, nächtliches Schwitzen, Schweissfüsse/-hände, Hitzewallungen

Erröten des Gesichts nach Mahlzeiten ("Flush"), Hitzegefühl, Gesichtshaut fühlt sich leicht entzündet an

Hautunreinheiten im Gesicht, Akne, Pickel, Mitesser, Talg-Überproduktion, fettige Haut

Ausschläge, Hautrötungen, Juckreiz, Ekzeme, Nesselsucht (Urtikaria)

Juckreiz (z.B. juckende Kopfhaut, juckende Impfnarben)

Physikalische Reize wie zum Beispiel Kratzen, Schläge oder Wärme lösen Rötung/Hautausschlag und Juckreiz aus

Oberarme übersät mit kleinen roten Pünktchen/Pickeln, vereinzelt verhornt oder eitrig (Keratinisierungsstörungen), evtl. Zusammenhang mit Pollenallergien?

An den Händen brennende/schmerzende Entzündungen/Bläschen/Knötchen/Schwielen (Bild)

"Sonnenallergie": Haut wird an der Sonne schnell rot, am Folgetag ist aber der "Sonnenbrand" wieder weg.

Trockene Lippen

Aphthen (sprich: Aften): Mikroverletzungen der Mundschleimhaut werden zu kleinen gelbweissen "Löchern"/"Wunden", die höllisch schmerzen und tage- bis monatelang nicht abheilen. Nebst der Mundschleimhaut können auch einzelne Papillen auf der Zunge schmerzen wie eine Aphthe.

Chronischer Husten, ständiger Hustenreiz, trockener Reizhusten, Bronchitis, gereizte Bronchien

Ständiges Hüsteln, besonders in Stresssituationen

Auswurf: zäher Schleim zum Abhusten, häufiges Räuspern, evtl. auch Stimmbänder belegt, besonders nach üppigen Mahlzeiten (ähnlich einer Mukoviszidose)

Ödeme (=Schwellungen auf Grund von Flüssigkeitsansammlungen im interstitiellen Gewebe), z.B. geschwollene Augenlider, Wasser in den Beinen

Nervensystem

Histamin ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Zyklus beteiligt und ist ein Neurotransmitter. Wird der Körper mit Histamin überschwemmt, kann dies auch zu vielfältigen neurologischen Symptomen führen. Insbesondere bei einer HIT vom Typ HNMT stehen die neurologischen Symptome im Vordergrund. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafprobleme gehören aber auch bei einer HIT vom Typ DAO zu den typischen Symptomen.

Kopfschmerzen, Migräne, Druckgefühl im Kopf, Schwindelgefühl

Müdigkeit, Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfungszustände

Schlaflosigkeit, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, nur oberflächliches Dösen ohne Tiefschlaf, Traumlosigkeit

Konzentrationsstörungen, Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit, Langsamkeit

Vergesslichkeit, eingeschränktes Abrufen von Erinnerungen

Lärmempfindlichkeit, Suchen von Ruhe und Ereignislosigkeit, Anfälligkeit für Reizüberflutung

Stressanfälligkeit, verminderte Belastbarkeit, Burnout-Gefühl (Gefühl von geistiger / nervlicher Erschöpfung oder Überarbeitung)

Hüsteln in Stresssituationen

Nervosität (auch ohne äusseren Anlass), Unruhe, Kribbeln, Gefühl einer Koffein-Überdosis

Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, Zittern, verkrampfte Kiefermuskulatur, Zähneknirschen, abgeschmirgelte Zähne

Symptome wie bei einer leichten Vergiftung mit einem Nervengift

Melancholie, Traurigkeit, Weinerlichkeit, depressive Verstimmungen, Depressionen (oft ohne erkennbaren Grund)

Suizidgedanken

Vorübergehender Verlust oder Beeinträchtigung des Geruchssinns

Persönlichkeitsveränderungen, evtl. weitere psychische/neurologische Störungen

Hormonsystem

Menstruationsbeschwerden: Dysmenorrhoe (=Regelschmerzen, Menstruationsschmerzen), Zyklusstörungen

Endometriose

Entwicklungsstörungen, Gedeihstörungen

Entzündungsanfälligkeit, Immunsystem

Erhöhte Infektanfälligkeit, häufig krank

Erhöhte Entzündungsanfälligkeit, entzündliche Stellen/Bereiche

Halsschmerzen

Heiserkeit

Grippeähnliche Symptome ohne klaren Krankheitsausbruch, andauerndes Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen

Nebenhöhlenentzündungen (=Sinusitis): Stirnhöhlenentzündung, Kieferhöhlenentzündung, Entzündungen anderer Nebenhöhlen wie Keilbeinhöhle oder Siebbeinhöhle

Lymphknoten permanent geschwollen oder schmerzend

Mandelentzündung (Tonsillitis), Wucherung der Rachenmandeln (Rachenmandelhyperplasie), evtl. operative Mandelentfernung. (Die Mandeln dienen der Immunabwehr. Deren Fehlen nach erfolgter Operation kann die erhöhte Infektanfälligkeit noch verstärken.)

Klossgefühl im Hals

Bindegewebsentzündung: Gewebestellen unter der Haut mit Entzündungsschmerz oder Druckempfindlichkeit

Im Kopf schmerzhaftes Entzündungs-, Hitze- und Druckgefühl, chronische (nicht bakterielle) Entzündung des Gehirns (chronische Enzephalitis = Gehirnentzündung)

Schmerzende/brennende Harnblase, Harndrang, häufiges Wasserlösen (ähnlich wie bei bakterieller Blasenentzündung)

Augenbindehautentzündung, gerötete kratzende Augen

In den Augeninnenwinkeln oder in den Mundwinkeln sammelt sich gelbweisses Material

Schleiersehen, getrübter Blick

Entzündliche rheumatische Erkrankungen, Gelenkrheuma (z.B. Fingergelenkrheuma)

Weichteilrheuma: z.B. Sehnen- oder Gelenkprobleme, Rückenschmerzen: Rückenmuskulatur schmerzt ähnlich wie Zerrung/Muskelkater (Muskelrheuma, Muskelentzündungen)

Zeitweise auftretende Zahnschmerzen, Zahnfleisch oder Weisheitszähne entzündet

Herpes simplex labialis (Lippenherpes, Fieberblasen) oder herpesähnliche Symptome (z.B. nicht abheilende Hautrisse)

Ernährung

Alkoholische Getränke nicht oder nur in kleineren Mengen verträglich

Heisshungerattacken

Vitamin-/Nährstoffmangelzustände (Eisenmangel, Vitamin B12-Mangel) wegen gestörten Aufnahmemechanismen des gereizten/entzündeten Darms

Diverses

Ein andauernd entzündeter, gereizter und geschwächter Körper reagiert möglicherweise sensibler auf geringfügige Umwelteinflüsse, die einem Gesunden unbemerkt bleiben.

Wetterfühligkeit

Elektrosensibilität (Empfindlichkeit auf Elektrosmog)?

Empfindlichkeit auf Erdstrahlen, Wasseradern, Kraftpunkte, Gitterstrukturen und andere Phänomene der Radiästhesie?


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Quellenangaben

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SIGHIGesammelte Erfahrungen aus dem Kreise unserer Mitglieder
nmiwww.nahrungsmittel-intoleranz.com > Home > Histamin > Symptome
Symptome.chwww.symptome.ch/wiki/Histamin-Intoleranz


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