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Tausend Fragen
Hier werden wir nach und nach die zahllosen Fragen, die wir, unsere Mitglieder und unsere Leser noch haben, auflisten, zur Diskussion stellen und gemeinsam zu beantworten versuchen. Können histaminhaltige Lebensmittel wie z.B. Essig oder Wein durch Zugabe von Daosin histaminfrei gemacht werden?Nein, das funktioniert nicht. Das in Daosin enthaltene Enzym Diaminoxidase arbeitet nur unter basischen Bedingungen, wie sie im Darm herrschen. In saurem Milieu (z.B. in Essig) ist das Enzym inaktiv oder wird sogar denaturiert (zerstört). Die in der Daosin-Kapsel enthaltenen Kügelchen sind ausserdem mit einem säureresistenten Überzug versehen, als Schutz vor der Magensäure während der Magenpassage. Diese Schutzschicht löst sich erst im basischen Milieu des Darms auf. Das Enzym Diaminoxidase ist zudem ein empfindliches Molekül, dessen Aktivität durch die Anwesenheit vieler anderer Stoffe wie z.B. Alkohol gestört werden kann (DAO-Hemmer). Wirkt Daosin besser, wenn gleichzeitig Multivitamin- und Mineralstoffpräparate eingenommen werden, welche die Kofaktoren dieses Enzyms enthalten?Nein. Laut der Herstellerfirma Sciotec braucht die in Daosin enthaltene Diaminoxidase (DAO) lediglich Topaquinon als Kofaktor (Coenzym). Topaquinon ist offenbar immer ausreichend vorhanden. Kupfer ist für das Funktionieren des Enzyms ebenfalls zwingend erforderlich. Kupfer ist jedoch kein Kofaktor, sondern bereits integraler Bestandteil des Enzyms, d.h. die Kupferatome sind bereits untrennbar in die Molekülstruktur des Enzyms eingebunden. Deshalb muss nicht speziell auf die Einnahme von genügend Kupfer über die Nahrung geachtet werden. Die DAO kann auch ohne die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen ihre volle Wirkung entfalten. Die Aktivität lässt sich nicht mehr weiter steigern. Trotzdem kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln das Wohlbefinden steigern und die Histaminsymptome weiter verringern. Vermutlich weil Vitamin C, Zink und Calcium stabilisierend auf die Mastzellen wirken und weil bei guter Versorgung des Körpers die gesamte Enzymmaschinerie besser funktioniert als bei Mangelzuständen. Selen und Omega-3-Fettsäuren sollen zudem entzündungshemmend wirken. Bisher ist jedoch nur bei Vitamin C nachgewiesen, dass es sich stabilisierend auf die Mastzellen auswirkt. Ich vertrage Zucchini (Zuchhetti) nicht. Kann es sein, dass selbst erntefrische Zucchini aus dem eigenen Garten unverträglich sind?Zucchini (in der Schweiz heissen sie Zucchetti) sind bei Histaminintoleranz auch in grossen Mengen sehr gut verträglich. Die Frische ist bei Gemüse kein besonders kritisches Kriterium. Lagerung ist kein Problem, solange es noch ansehnlich und halbwegs knackig ist. Wenn selbst angebaute Zucchini Beschwerden verursachen, könnte dies am Gehalt von Cucurbitacinen liegen. Das sind giftige Bitterstoffe, die in der Familie der Kürbisgewächse vorkommen können und ebenfalls zu Symptomen wie Durchfall, Herzrasen und Kopfschmerzen führen können. In Speisekürbis, Gurken und Zucchini wurden diese unerwünschten Stoffe weggezüchtet. Wenn jedoch kein einwandfreies Saatgut oder Setzlinge aus dem Fachhandel, sondern eigenes Saatgut verwendet wird, kann dieses mit Pollen von Zierkürbis befruchtet worden sein, so dass diese unerwünschte Eigenschaft wieder eingekreuzt wurde. Cucurbitacinhaltige Gemüse sind meist an einem leicht bitteren Geschmack erkennbar und dürfen nicht verzehrt werden. Wenn aber auch die im Supermarkt gekauften Zucchini nicht vertragen werden, müsste man nach einer anderen Ursache suchen. Allergien auf Kürbisgewächse sind zwar extrem selten, wurden aber auch schon beobachtet. Darf ich trotz Histamin-Intoleranz Blut spenden?Hohe Histaminspiegel könnten theoretisch zu Nebenwirkungen beim Empfänger führen. Wer von Histamin-Intoleranz betroffen ist, kann aber trotzdem Blut spenden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
(Quelle: B. Mansouri Taleghani, PD Dr. med., Medizinischer Direktor Blutspendedienst SRK AG, Bern, am 1.9.2010 per E-Mail)
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