![]() | Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI) |
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| Umgang mit der Krankheit
Wer an einer Histamin-Intoleranz leidet, muss seine Lebensweise je nach Schweregrad der Erkrankung oft stark anpassen und droht sich dabei von vielen geselligen Anlässen auszugrenzen. Viele Entbehrungen müssen aber nicht unbedingt sein. Mit zunehmender Erfahrung wird man einen Umgang mit der Krankheit finden, der wieder ein weitgehend normales Leben ermöglicht. Auswärts essen, RestaurantbesuchFür unsere Mitglieder haben wir eine Gastrokarte (foodcard) mit einer Kurzanweisung für Köche erstellt, um den Restaurantbesuch zu erleichtern. Diese "Bitte an den Koch" umfasst eine gut überschaubare A4-Seite und erspart Ihnen lange Erklärungen. In einer weiteren Version liegt diese Diätvorschrift auch als reine Positivliste vor: Individuelle Anpassungen: Wir haben die Liste kurz und übersichtlich gehalten und nur Zutaten aufgeführt, die sowohl bei Typ DAO wie auch bei Typ HNMT verträglich sind. Sie können die Liste handschriftlich ergänzen mit weiteren restaurantüblichen Zutaten, auf die Sie nicht verzichten möchten. Was Sie auf Grund anderer Allergien oder Unverträglichkeiten nicht vertragen oder aus anderen Gründen ablehnen, streichen Sie am besten mit einem dicken schwarzen Filzstift oder mit Tippex von der Liste. Eine Allergie kommt selten allein. Vielleicht möchten Sie Gastrokarten für individuelle Kombinationen mit weiteren Allergien, Unverträglichkeiten oder Essgewohnheiten erstellen. Diese Möglichkeit finden Sie bei anderen Anbietern, z.B. bei delicardo foodcards. Haben Sie Verständnis, wenn ein Wirt abhängig von seinem Gastrokonzept oder von der momentanen Hektik in der Küche keine Möglichkeit hat, auf Ihre Sonderwünsche einzugehen! Für solche Fälle sollten Sie immer etwas Notproviant oder Medikamente dabei haben. NichtrauchenAuch Tabakrauch kann sich bei Histamin-Unverträglichkeit negativ auswirken, sowohl bei aktiver wie auch bei passiver Exposition. Viele Reize - und dazu zählt auch Rauch - können unspezifisch Histamin freisetzen. Dr. med. Th. Wilhelm schreibt im Ärzteblatt über den Tabakrauch: StressbewältigungDa auch Stress zur Histaminbelastung beiträgt, sollte man sich eine möglichst stressfreie Lebensweise angewöhnen und lernen, Stress an sich abprallen zu lassen. Machen Sie Ihrem Umfeld klar, dass Ihre Gesundheit Vorrang hat. SchlafBei Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafprobleme) sollte man in einem möglichst gut abgedunkelten Raum schlafen. Läden und Vorhänge schliessen, Lichtquellen abdunkeln. Grund: Histamin reguliert auch den Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Hypothalamus ist mit dem Auge bzw. mit der Sehbahn verbunden und produziert bei Dunkelheit weniger von dem Transmitter Histamin und einem Peptid namens Orexin [Gestreau et al.]. Medizinische Untersuchungen und BehandlungenRöntgenuntersuchungen mit KontrastmittelnAlle Röntgenkontrastmittel sind Histaminliberatoren, die starke Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen können. Gegenmassnahmen, falls der Einsatz von Röntgenkontrastmitteln erforderlich ist: Den behandelnden Arzt und den Radiologen möglichst frühzeitig darüber informieren, dass man HIT hat und deshalb mit einer Unverträglichkeitsreaktion gegenüber sämtlichen Röntgenkontrastmitteln rechnen muss. Besprechen der medikamentösen Vorbehandlung mit Antihistaminika. Mindestens 1-2 Tage vor der Röntgenuntersuchung die Eliminationsdiät strikt einhalten. Rechtzeitig vor der Anwendung des Kontrastmittels die mit dem Arzt besprochenen Medikamente präventiv einnehmen (z.B. ein Antihistaminikum 2-3 h vorher) und evtl. später bei nachlassender Wirkung nochmals auffrischen. Chirurgische Eingriffe, ZahnarztbesuchBei Spitalbehandlungen können sich unter Umständen mehrere Faktoren zu extremen Histaminbelastungen aufsummieren: Bereits der Unfallschock und allfällige seelische Belastungen, die ein Unfall auslöst (Konfrontation mit dem Tod, ungewisse Zukunft, drohende Arbeitsunfähigkeit etc.) setzen stressbedingt körpereigenes Histamin frei. Ebenso die Angst vor der Spitalbehandlung. Hinzu kommen Histaminfreisetzung durch Verletzungen (sowohl unfallbedingte Verletzungen wie auch der Schnitt mit dem Skalpell), Schläge, Schmerzen. Zusätzlich wirken die zumeist unverträglichen Medikamente, die einem verabreicht werden (Schmerzmittel, Anästhetika/Narkotika etc.) als Diaminoxidasehemmer, Methyltransferasenhemmer oder als Histaminliberatoren. Auch die Spritze beim Zahnarzt ist ein starker Histaminliberator. Gegenmassnahmen: Den behandelnden Arzt / Zahnarzt / Anästhesisten möglichst frühzeitig darüber informieren, dass man HIT hat und deshalb mit Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber vielen Medikamenten rechnen muss. Besprechen der medikamentösen Vorbehandlung mit Antihistaminika. Mindestens 1-2 Tage vor der Behandlung die Eliminationsdiät strikt einhalten. Rechtzeitig vor der Anwendung des unverträglichen Mittels die mit dem Arzt besprochenen Medikamente präventiv einnehmen (z.B. ein Antihistaminikum 2-3 h vorher) und evtl. später bei nachlassender Wirkung nochmals auffrischen.
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