Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI)
Informationssammlung zu Histaminerkrankungen (Histaminose) und Mastzellerkrankungen, für Betroffene und Fachpersonen

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Einkaufen

Nehmen Sie eine Verträglichkeitsliste mit auf die Einkaufstour, solange Sie noch nicht alles auswendig wissen. Entweder in Papierform oder elektronisch als Histamin-App (App = Kurzform für engl. application, Anwendungsprogramm für Smartphones und Tablet-Computer, z.B. iPhone, iPod, iPad). Folgende Apps sind uns bekannt, wurden jedoch von der SIGHI weder mitentwickelt noch getestet:

(Gemäss Rückmeldungen von Mitgliedern wird die "Histamin, Fructose und Co."-App von Baliza als nützlich empfohlen, während die Histaminfrei-App der MVS, die auf dem Buch "Richtig einkaufen bei Histamin-Intoleranz" von Thilo Schleip basiert, weniger zu begeistern vermag. Unsere Kritik am Buch ist daher wohl auch auf die entsprechende App anwendbar.)

Im Ladenregal immer gut auf das Verfallsdatum schauen und nur die frischesten Frischprodukte wählen, bei denen das Datum noch möglichst lange nicht abgelaufen ist. Frische Lieferungen werden in der Regel hinten einsortiert, während vorne die älteren liegen. Fragen Sie in den Filialen, in denen Sie gewöhnlich einkaufen, an welchen Wochentagen jeweils die Lieferungen eintreffen. An Tagen, an denen vom gewünschten Artikel nur noch wenige Exemplare im Regal liegen, die zudem nicht mehr lange haltbar sind, kann es sich lohnen, den Kauf aufzuschieben, bis eine frische Lieferung eintrifft.

Keine Produkte aus dem Kühlregal nehmen, die direkt unter der wärmestrahlenden Leuchtstoffröhre lagen!

Vakuumiertes Fleisch bevorzugen gegenüber unter Schutzatmosphäre abgepacktem oder offen verkauftem Fleisch. Die Verpackung verhindert, dass Keime von aussen ans Fleisch gelangen können und der Luftabschluss verringert das Wachstum vieler Bakterienarten. Die "Schutzatmosphäre" ist eine Sauerstoffatmosphäre, die nur die rote Farbe des Fleisches schützt, damit es für den Konsumenten optisch frischer aussieht, als es ist. Der Sauerstoff beschleunigt aber sogar den Verderb und das Ranzigwerden des Fleisches.

Eingekaufte Frischprodukte in einer Kühltasche unverzüglich nach Hause transportieren. Bei längerer Transportdauer ein Kühlelement aus dem Tiefkühler mitnehmen und oben drauf legen.

Aufbewahrung von Lebensmitteln

In den meisten Kühlschränken ist es hinten (an der Rückwand) im unteren Bereich (aber oberhalb der Gemüseschublade) am kältesten. Die verderblichsten Sachen dort lagern, die weniger heiklen Produkte in den wärmeren Bereichen. Kühlschranktemperatur mit einem Thermometer kontrollieren. Evtl. eine leicht kühlere Temperatur als üblich einstellen (3-5°C). Nachteil: Je tiefer die Temperatur, desto höher der Stromverbrauch! Kühlgeräte gehören zu den grössten Stromfressern im Haushalt. Den alten Kühlschrank durch ein neues Modell der höchsten Energieeffizienzklasse zu ersetzen, zahlt sich auch bei der üblichen Kühlschranktemperatur finanziell schnell einmal aus.

Mikroorganismen (Bakterien, Hefen) sind grundsätzlich überall vorhanden, auf Oberflächen und in der Luft. Je mehr Keime auf ein Lebensmittel gelangen, bzw. in/auf diesem bereits vorhanden sind, desto schneller wird die Histaminbildung ablaufen. Besonders bei proteinreichen und leicht verderblichen Nahrungsmitteln muss peinlichst auf die Frische und auf eine ununterbrochene Kühlkette geachtet werden. Gute Kühlung bei 0 bis 5 °C verlangsamt das Wachstum von Mikroorganismen. Einfrieren bei -18°C verlangsamt diese Prozesse noch deutlich stärker, vermag sie aber nicht gänzlich zu stoppen. Deshalb sollte auch Tiefgekühltes nicht unnötig lange aufbewahrt werden.

Zubereitung von Lebensmitteln

Tiefgekühltes schnell auftauen (im kalten Wasserbad oder in der Mikrowelle auf Auftaustufe) und nach dem Auftauen rasch erhitzen und sofort verbrauchen! Vor allem Fisch darf man keinesfalls langsam im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur auftauen lassen! Einmal aufgetaute Speisen nicht wieder einfrieren!

Nicht immer ist das Verbrauchsdatum ein zuverlässiger Indikator für die Frische eines Lebensmittels. Durch Pannen oder Nachlässigkeit kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass der Verderbnisprozess schon weiter fortgeschritten ist, als dies normalerweise der Fall ist. Beispielsweise weil der Inhalt nicht gründlich genug pasteurisiert, die Verpackung nicht dicht verschweisst oder die Kühlkette nicht lückenlos aufrecht erhalten wurden und die Produkte dennoch in den Verkauf gelangten. Leider gibt es unter den Herstellern und Verkäufern vereinzelt auch schwarze Schafe, die Datumware absichtlich umdatieren oder neu verpacken. Hier kann man nur hoffen, dass man nicht allzu oft Opfer solcher Machenschaften wird. Man sollte sich deshalb nicht blind auf das Datum verlassen, sondern alle Lebensmittel vor der Verwendung sensorisch prüfen, d.h. sich auf seine Sinne verlassen! Dies gilt besonders für die leicht verderblichen Frischprodukte. Sieht es so aus, wie es sollte? Riecht es so, wie es sollte? Ist es in seiner Konsistenz unverändert? Schmeckt es gut? Histamin ist zwar geschmacklich nicht wahrnehmbar, aber unsere Sinnesorgane liefern uns andere Hinweise auf die Frische und Qualität unserer Nahrung.

Nicht unnötig grosse Mengen verzehren, sondern nur so viel, wie nötig ist, um den Hunger zu stillen. Je mehr man isst, desto mehr Histamin nimmt man auf. Hungern ist aber auch nicht gut. Der Körper muss ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, um gesund bleiben und funktionieren zu können. Nicht zuletzt ist auch die für den Histaminabbau zuständige Enzymmaschinerie des Körpers auf die stetige Zufuhr bestimmter Vitamine und Mineralstoffe angewiesen. Die Nahrungszufuhr sollte man auf mehrere kleine Mahlzeiten aufteilen, anstatt nur wenige grosse Hauptmahlzeiten pro Tag einzunehmen. So kann man verhindern, dass man dem Körper zu viel Histamin auf einmal zuführt und die Abbaukapazität übersteigt.

Essensreste

Nur kleine Mengen kochen, so dass keine Resten entstehen. Allfällige Essensreste rasch abkühlen lassen und einfrieren oder maximal 12 bis 24 h im Kühlschrank aufbewahren. Im Mehrpersonenhaushalt kann man länger aufbewahrte Essensreste den Personen überlassen, die nicht von HIT betroffen sind.

In der kalten Jahreszeit die Speisen auf dem Balkon zugedeckt auskühlen lassen und erst dann in den Kühlschrank stellen. Das geht bei tiefen Aussentemperaturen schneller und spart Strom. Wenn es im Freien zu warm ist, kann man heisse Speisen zunächst noch in der Küche bei Raumtemperatur kurz abkühlen lassen und erst später in den Kühlschrank stellen. In gut durchgegarten und hygienisch abgefüllten Speisen ist nämlich unmittelbar nach dem Kochen die Anzahl aktiver Keime sehr gering.

Durch gute Hygiene sollte die Keimzahl auf Lebensmitteln gering gehalten werden. Zudecken oder in Klarsichtfolie einpacken verhindert, dass Keime aus der Luft auf das Nahrungsmittel gelangen. Unter Luftabschluss gedeihen zudem viele Keime nicht. (Es gibt aber auch anaerobe Keime, denen Sauerstoffmangel nichts ausmacht.)

Grosse Mengen kühlen schneller ab, wenn man sie in kleine, flache Portionen unterteilt. Insbesondere die hochverderblichen Bestandteile einer Mahlzeit (Fisch- oder Fleischstücke) sollte man nicht in einer grossen Schüssel vermengt mit anderen noch warmen Essensresten wie Reis, Kartoffeln, Teigwaren oder Gemüse in den Kühlschrank stellen, sondern separat in einem kleineren Gefäss kühl stellen, weil sie sonst noch stundenlang lauwarm bleiben können.


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Quellenangaben

SIGHIDie auf dieser Seite gemachten Aussagen widerspiegeln die Erfahrungen, die Anschauungen und den Wissensstand des SIGHI-Redaktionsteams.


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