![]() | Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI) |
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BezeichnungenZur Benennung dieser Erkrankung wird die Bezeichnung Histamin-Intoleranz (lateinisch: intolerantia, von tolerare = "ertragen", "aushalten", mit negierender Vorsilbe "in-") am häufigsten verwendet. Ebenfalls geläufig ist die Bezeichnung Histamin-Unverträglichkeit, wobei hier Intoleranz und Unverträglichkeit als Synonym betrachtet werden können. Bei der Histaminunverträglichkeit handelt es sich allerdings nicht um eine reine Nahrungsmittelunverträglichkeit, da bei Histamin-intoleranten Personen nebst Nahrungsmitteln auch noch weitere "Histaminlieferanten" wie Medikamente oder Stress Beschwerden verursachen können. Definitiv falsch ist die Bezeichnung "Histamin-Allergie". Obwohl man Histamin als Abwehrstoff und Allergievermittler verständlicherweise zuerst mit Immunreaktionen in Verbindung bringt, ist bei der Histamin-Intoleranz das Immunsystem nicht involviert. Trotzdem kann es für einen Betroffenen einfacher sein, zu sagen, man habe eine "Allergie", als immer wieder lange und umständlich erklären zu müssen, weshalb man auf so viele Nahrungsmittel verzichten muss. "Allergie" ist ein umgangssprachlich geläufiger Begriff, und dass ein Allergiker den Allergenkontakt unbedingt meiden muss, ist mittlerweile relativ breit und diskussionslos akzeptiert. KlassifikationWie wenig diese Erkrankung bisher von der Medizin beachtet und erkannt wird, zeigt sich auch im medizinischen Klassifikationssystem nach ICD-10, wo sich die Histamin-Intoleranz nicht wirklich zufriedenstellend einordnen lässt. Hier dennoch einige Vorschläge: "T78.1, Sonstige Nahrungsmittelunverträglichkeit, anderenorts nicht klassifiziert" Oder man beschränkt sich auf einzelne Symptome der Histaminose. Beispielsweise G44.0 "Cluster-Kopfschmerz" ("Histamin-Kopfschmerzen"). Bei T61 "Toxische Wirkung schädlicher Substanzen, die mit essbaren Meerestieren aufgenommen wurden" gibt es den Unterpunkt T61.1 "Scombroid-Fischvergiftung, Histamin-ähnliches Syndrom". Häufigkeit (Prävalenz)Zur Verbreitung der Histaminintoleranz in der Bevölkerung werden verschiedene Zahlen herumgeboten. Mit Abstand am häufigsten abgeschrieben wurde die Angabe, dass 1 % der Gesamtbevölkerung betroffen seien. Wer mit Büchern oder Präparaten zu Histaminintoleranz sein Geld verdient, gibt tendenziell höhere Zahlen an als eine viel zitierte wissenschaftliche Studie (die Primärquelle konnten wir noch nicht eruieren). Andererseits haben auch wir schon mehrfach erlebt und gehört, wie selten es Ärzte schaffen, eine Histamin-Unverträglichkeit richtig zu diagnostizieren bzw. überhaupt an die Möglichkeit zu denken. Deshalb scheint es auch uns plausibel, dass es eine riesige Dunkelziffer von noch unerkannten Fällen gibt. Hier beispielhaft einige Quellen mit Angaben zur Prävalenz:
Hier noch ein paar Zahlen zu Unverträglichkeiten allgemein: "Nahrungsmittelunverträglichkeiten beeinträchtigen mehr als 20 % der Bevölkerung der Industrieländer. Der Hauptanteil der nicht immunologisch bedingten Formen macht 15 bis 20 % aller Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus. Diese Gruppe reicht von den pseudoallergischen Reaktionen über die Enzymopathien bis zu chronischen Infektionen und psychosomatischen Reaktionen, die mit Unverträglichkeitsreaktionen assoziiert werden. Die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie, der immunologisch bedingten Unverträglichkeitsreaktion, beträgt nur 2 bis 5 %." [Zopf 2009]
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